Für Ilse Lichtenberger spielen neben dem grafischen Aspekt, wie Linien, Striche, Kontraste und Flächen, Strukturen eine wichtige Rolle.
So wie man mit Hilfe von Mikroskopen den Formenreichtum der Natur ergründen kann, sind es bei Ilse Lichtenberger oft eingezoomte Details der von Menschen erzeugten Strukturen, von geologischen Formationen und Spuren.
Als Vorlage dienen Fotos aber auch die Erinnerung an gesehenes.
Die unterschiedlichen Techniken, wie Holzschnitt, Monotypie, Malerei oder Radierungen, sowie der Einsatz von Farbe stellen für die Künstlerin unterschiedliche Möglichkeiten des Ausdrucks dar.
Auch hier finden sich in der Arbeitsweise Parallelen zum inhaltlich dargestellten – so kann die Verletzung der Holzplatte eines Holzschnittes und der Abdruck, der sich dadurch ergebenden Struktur mit den Spuren der Zivilisation in der Natur verglichen werden.
In den jüngeren Arbeiten setzt sich Ilse Lichtenberger mit dem aktuellen Thema „Mensch als Bestandteil von produktiven Arbeits-und Denkprozessen und Vernetzung“ auseinander.
Der Mensch, gestärkt durch das Kollektiv und trotzdem oft funktionalisierter Einzelkämpfer, ein Individuum, das in gesellschaftlichen Strukturen funktionieren muss und trotzdem hin-und hergerissen zwischen Rationalität und Emotion, das innere und äußere Gleichgewicht sucht.

